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Hiermit wünsche ich allen treuen Leserinnen und Lesern

dieser Seiten ein schönes Weihnachtsfest und

ein frohes neues Jahr 2012!

(Andre Hergemöller)

 

Und so war´s im letzten Jahr.

 

 


 

 

Geplante Erweiterung des Messprogrammes: Sonnenscheindauer

 

[29. November / 19. Dezember 2011]

 

Baeume29112011CSD29.11.2011: Mit den ersten Baumrodungen im Stationsumfeld begannen am heutigen Morgen die ersten Vorbereitungen für die geplante Erweiterung des Messprogrammes auf dem Messfeld am Nagelmanns Moor. Nach einer Testphase im Frühjahr und Sommer diesen Jahres wird voraussichtlich zu Beginn des neuen Jahres (je nach Wetter- und Schneelage) ein neues Messgerät zur exakten Registrierung der Mettinger Sonnenscheindauer am Hauptmast der Station in Betrieb gehen.

 

 

Aktualisierung 19.12.: Der neue Messwertgeber für Sonnenscheindauer wurde heute an der Station montiert und durchläuft nun in den nächsten Wochen in vorerst nur etwa drei Metern Masthöhe zunächst eine Testphase.

 

              

( Foto rechts: CSD 3 / Kipp & Zonen / http://www.kippzonen.com )

 

 

 


 

 

Rekord: Markanteste Trockenperiode seit Aufzeichnungsbeginn

 

[19. / 28. November 2011]

 

19.11.2011: Wir haben Herbst ... und das ist auch gut so! Das, was sich nun schon seit Wochen wettertechnisch im Mettinger Land abspielt ... während der Vegetationszeit im Frühjahr und Sommer wäre es schlicht verheerend. Mit ganzen 0,4 Litern pro Quadratmeter innerhalb der letzten 31 Tage erlebt Schlickelde und die gesamte Region derzeit die markanteste, durchgehende Trockenperiode seit Jahrzehnten. Es war der 18. Oktober, als sich bei der abendlichen Geräte-Leerung mit 6,8 Litern die letzte wirklich nennenswerte 24stündige Niederschlagssumme notieren ließ. Danach ... fast nichts mehr! Lediglich ein paar Stunden Sprühregen sowie Nebelnässe, Tau und Reif brachten nachfolgend mit Biegen und Brechen noch die oben erwähnte Mini-Summe zusammen. Das direkt nebenstehende automatische Niederschlagsmessgerät der ARD-Wetterstation Mettingen-Schlickelde schaffte im genannten Zeitraum nicht einmal einen einzigen Umschlag der Messwippe ... 0,0 Liter/m²! Und ein durchgreifendes Ende dieser Lage ist momentan noch nicht klar abzusehen. Erst Richtung Ende der kommenden Woche geben die Modelle nach derzeitigem Stand erste zaghafte Niederschlagssignale aus.

 

Ursächlich für die ungewöhnlich trockene und stabile Wetterlage ist ein sehr kräftiges und ausdauerndes Hoch über Mitteleuropa, welches seit Wochen sämtliche Tiefausläufer auf nördliche und südliche Ausweichbahnen zwingt und zudem auch für die Ausbildung einer kräftigen Inversionslage verantwortlich ist, die sich durch sehr hartnäckige Nebel- bzw. Hochnebelfelder sowie rekordverdächtig hohe Temperaturen auf den Bergen auszeichnet.

 

28.11.2011: Mit den Regenfällen am Nachmittag des gestrigen 1. Advent geht nun die markanteste und längste Trockenperiode in der Geschichte Schlickelder Wetteraufzeichnungen zuende. Im gesamten Zeitraum vom 19. Oktober (20 Uhr) bis zum gestrigen 27. November (12 Uhr) konnten aus dem Sammelmessgerät am Nagelmanns Moor lediglich magere 0,7 Liter pro Quadratmeter entleert werden. Der weitaus größte Teil davon in Form von Tau, Reif oder Nebelnässen. Nur für wenige Stunden benetzte auch mal Sprühregen die Messgeräte. Auch ein Grund dafür, dass der automatische (beheizte) Niederschlagsmesser der ARD-Wetterstation im entsprechenden Zeitraum gar nur eine einzige Kippung der Messwippe (0,1 Liter/m²) registrieren konnte. Der Titel des trockensten Monats seit Aufzeichnungsbeginn musste dem November bei uns allerdings schon jetzt knapp aberkannt werden. Im ebenfalls extrem trockenen April 2007 fielen nur 2,5 Liter auf jeden Schlickelder Quadratmeter.

 

 

 


 

 

Oktober 2011: Minimal wärmer und trockener als üblich

 

[13. November 2011]

 

Leider etwas verspätet wollen wir an dieser Stelle nochmals einen kurzen bilanzierenden Rückblick auf den meteorologischen Oktober 2011 werfen.

 

TempDia101103Er begann direkt mit einem Paukenschlag, der zweite Herbstmonat des Jahres: 26,9°C am 01.10. ... das hatte es in der Schlickelder Stationsgeschichte zuvor noch nie gegeben. Der späteste Sommertag und wärmste Oktobertag seit Beginn durchgehender Aufzeichnungen. Bis zu 5 Grad lagen die Tagesdurchschnittstemperaturen in den ersten sechs Oktobertagen über dem vieljährigen Mittel (1961-1990), vom 7. bis zum 25.10. dann nachfolgend mit wenigen Ausnahmen meist allerdings unterhalb der entsprechenden Kurve. Auffallend mild dann wieder das Monatsende. Über alle 31 Tage gemittelt ergibt sich so ein Monatsdurchschnitt von 10,3°C und damit eine Abweichung zum vieljährigen Mittel der offiziellen WMO-Vergleichsperiode 1961-1990 von +0,3 K (Station Münster/Osnabrück: 10,0°C). Neben der bereits erwähnten Monatsspitze von 26,9°C erreichte die Temperaturkurve mit -0,1, -0,2 sowie -0,4°C am 15., 16. und 23. Oktober in zwei Metern 14102011Messhöhe erstmals knapp den Status “Luftfrost”, während in Knöchelhöhe mit bereits bis zu -7,1°C in jenen Tagen in Schlickelde zum Teil die tiefsten Werte in weitem Umkreis gemessen wurden. So erreichte in Norddeutschland am 16.10. beispielsweise nur noch die Station in Hameln einen tieferen Wert und Schlickelde sogar den Platz 10 von insgesamt 944 der “bodenkältesten” Stationen in Deutschland an jenem Morgen. Eine lokale Besonderheit des von schnell austrocknendem Sand- und ehemals Moorboden geprägten Schlickelder Mikroklimas. Respektable 14 Bodenfrosttage konnten so im Oktober bereits verzeichnet werden. (Foto: Maisernte in Schlickelde am 14. Oktober.)

 

Niederschlagstechnisch prägte eine klare Zweiteilung den Oktober bei uns in Mettingen. Während es in der ersten Monatshälfte noch zu häufigen, durchaus ergiebigeren Regenfällen kam, blieben die letzten 16 Tage bis auf zwei Ausnahmen (18./19.10.) weitgehend trocken. Insgesamt brachte es der Monat auf eine Regensumme von 58,6 Litern pro Quadratmeter und NiedDia1011eine damit weitgehend ausgeglichene Wasserbilanz (Station Westerkappeln 1961-1990: 59,6 L/m²). Die größte 24 Stunden-Menge fiel am 8.10. mit 11,8 Litern, 19 Tage blieben dagegen mit Messwerten von weniger als 0,1 mm weitgehend trocken. Die maximale Niederschlagsintensität wurde mit 4,5 Liter/m² innerhalb von 10 Minuten ebenfalls am 8. Oktober während einer Kaltfrontpassage verzeichnet.

 

Die weiteren Monatswerte in der Zusammenfassung: Mittl. Relative Feuchte 84,8 % (+1,3 %), Mittl. Luftdruck 1019,4 hPa (+3,4 hPa), Mittl. Windgeschwindigkeit 10,0 km/h, Summe Niederschlagsdauer 74 Std., Summe Sonnenscheindauer (Station Flughafen Münster/Osnabrück) 142,8 Std. (+28 % ).

 

 

 


 

 

Neuer November-Rekord: 20,1°C

 

[04. November 2011]

 

Abendrot0411201102Nachdem die letzten Zehntel zur neuen Bestmarke gestern noch gefehlt hatten, legte Petrus heute bei nun auch strahlend-sonnigem Herbstwetter noch ein paar Kohlen auf und bescherte der Wetterstation Mettingen-Schlickelde nun doch einen neuen, deutlichen Temperaturrekord für den Monat November. Um 14.10 Uhr am Nachmittag erreichte die Temperaturkurve in der künstlich ventilierten Thermometerhütte auf dem Schlickelder Messfeld ihren absoluten Höchststand bei Punkt 20,1°C. In der direkt nebenstehenden großen Wetterhütte wurden aufgrund der windschwachen Verhältnisse sogar 21,0°C gemessen. Mit diesen Werten geht der heutige 4.11. nun als wärmster Novembertag seit mindestens 20 Jahren in die Statistiken ein. Mit einem spektakulären Abendrot klang ein traumhafter Herbsttag schließlich aus.

 

 

 


 

 

Laues Novemberlüftchen: 19,1°C

 

[03. November 2011]

 

03112011Mit einer Tageshöchsttemperatur von beachtlichen 19,1°C konnten die Mettinger heute im Garten, auf Balkon oder Terrasse, mit viel Pech aber auch nur im Büro den vielleicht letzten milden Spätsommerhauch des Jahres genießen. Lediglich aufziehender, dichter Bewölkung am frühen Nachmittag sowie im weiteren Verlauf einsetzendem Regen ist es dabei zuzuschreiben, dass das Quecksilber nicht noch größere Höhen und damit einen neuen Novemberrekord erklimmen konnte. Dieser besteht heute seit genau 6 Jahren und wurde am 3. November 2005 auf dem Schlickelder Messfeld zu 19,3°C bestimmt. Vor Platz 3, den mit bereits deutlicherem Abstand nun der 16.11.2006 mit seinen 17,7°C belegt, ergibt der heutige Wert somit immerhin eine respektable Silbermedaille. Insbesondere die ersten neun Novembertage 2005 sowie Witterungsabschnitte Mitte bis Ende November 2006 und 2009 glänzten durch sehr ausgeprägte Mildphasen. (Foto: Schlickelder Blütenpracht Anfang November)

 

In den kommenden Tagen gehen die Temperaturen nun allmählich zurück und werden Anfang nächster Woche voraussichtlich noch Tageshöchstwerte von etwa 12 bis 13°C erreichen. Ein massiver Kälte- oder gar Wintereinbruch ist indes derzeit noch nicht abzusehen.

 

 

 


 

 

Rekordsommer im Oktober: 26,9°C

 

[30. September / 01. Oktober 2011]

 

Oktobersommer(klein+)30.09.2011: Prächtigster Altweibersommer im Mettinger Land. Seit Tagen sorgt ein kräftiges, stabiles Spätsommerhoch nochmals für unerwartet und ungewöhnlich hohe Temperaturen, die nach kühlem Start in den Morgenstunden nachmittags sogar nochmals sommerliches Niveau erreichen. So registrierten die Sensoren auf dem Schlickelder Messfeld heute zwischen 15 und 16 Uhr eine Tagesspitze von 26,2°C. Dieser Wert ist nicht nur rekordverdächtig hoch, sondern bescherte der Wetterstation Mettingen-Schlickelde heute sogar den spätesten Sommertag (mindestens 25,0°C) ihrer über 20jährigen Geschichte. So wurde der 29. September des Jahres 2000, an dem Werte bis Ballon0110110225,9°C erreicht worden waren, nun sowohl zeitlich als auch zahlenmäßig überholt. Im Mittel über die vergangenen 20 Jahre dürften wir mit dem letzten Sommertag üblicherweise etwa um den 05.09. herum rechnen.

 

Doch bei dem neuen Rekord dürfte es wohl nicht lange bleiben. Auch am Wochenende bleibt uns das ungewöhnlich warme und sonnige Spätsommerwetter noch erhalten. Und dann sind sogar neue Bestmarken für den Monat Oktober möglich.

 

01.10.2011:   Nach nur 24 Stunden wurden die sommerlichen Spitzenwerte von gestern nochmals überboten. Punkt 26,9°C erschienen am Nachmittag als Tagesmaximum auf der Anzeige des Schlickelder Dataloggers. Damit wurden am heutigen Tag gleich drei neue Temperaturrekorde aufgestellt. Der 01.10.2011 ist nun nicht nur der späteste Sommertag ( > 25,0°C) im jeweiligen Jahresverlauf seit 1991, sondern auch der wärmste Tag einer ersten Oktoberdekade (01.-10.10.) und sogar der wärmste Oktobertag überhaupt in der Schlickelder Stationsgeschichte. Der bisherige Rekordhalter, der 03.10.2010, an dem 23,8°C gemessen worden waren, wurde damit deutlich überboten. Recht warm bleibt es auch in den kommenden zwei Tagen. Der heutige Rekordwert dürfte dann aber voraussichtlich nicht mehr erreicht werden.

 

 

 


 

 

Erster knapper Bodenfrost der Saison

 

[16. September 2011]

 

Frische Septembernacht: Während in der offiziellen Messhöhe von zwei Metern über Grund ein Tiefstwert von 4,2°C erreicht wurde, sanken die Messwerte in Bodennähe in den heutigen Frühstunden auf ungewöhnlich tiefe Werte ab. Mit einem Minimum von exakt -0,1°C wurde am Temperatursensor in fünf Zentimetern Höhe über der Grasnarbe sogar der erste frühe Bodenfrost der Saison 2011/2012 registriert. Bezogen auf diese Erdbodentemperatur war Mettingen-Schlickelde in der vergangenen Nacht sogar einer der kältesten Orte Nordrhein-Westfalens, unterboten nur noch von einigen Mittelgebirgsstationen wie z.B. Kalterherberg (-0,3°C) oder der Dahlemer Binz, an deren Station -0,7°C gemessen wurden. Mit dem ersten “Luftfrost” (2 Meter Höhe) muss im vieljährigen Mittel in Mettingen gewöhnlich erst Ende Oktober / Anfang November gerechnet werden.

 

 

 


 

 

August 2011: Leicht zu warm und sehr nass

 

[03. September 2011]

 

Vorbei ist er ... der meteorologische Sommer 2011. Doch bevor wir in den nächsten Tagen nochmals einen bilanzierenden Blick zurück auf die gesamten vergangenen drei Monate werfen, steht an dieser Stelle zunächst noch eine kurze Auswertung des August 2011 in Mettingen-Schlickelde auf dem Plan.

 

TempDia0811Nach Auswertung aller 4500 Einzeldatensätze zwischen dem 01. und 31.08. kommen wir zu folgendem Ergebnis: Mit einer Monatsmitteltemperatur von genau 17,4°C übertraf der August 2011 bei uns den vieljährigen Temperaturschnitt der vorgeschriebenen Vergleichsperiode 1961-1990 (Station Flughafen Münster/Osnabrück) um immerhin 0,6 K, fiel also etwas wärmer aus als üblich. Mit diesem Wert war der Monat August in diesem Jahr sogar deutlich wärmer als der vorangegangene Juli. Ein nicht allzu häufiges Ereignis. In der absoluten Monatsspitze wurde am 26.08. nochmals knapp die 30 Grad-Marke angekratzt (30,1°C), Sommertage mit mindestens 25,0°C Maximum gab es immerhin noch neun an der Zahl. Dem gegenüber stand ein absolutes Minimum von 7,7°C (2 Meter) bzw. 4,3°C (5 Zentimeter) am 20. August. Überdurchschnittlich warme Phasen stellten sich in der ersten Augustwoche bzw. vor allem vom 21. bis 26.08. ein, während die Tagesmittelkurve ansonsten um die “Normalwerte” schwankte bzw. unter ihnen blieb. NiedDia0811

 

Doch der August war nicht nur etwas wärmer als im Mittel üblich, er fiel auch drastisch zu nass aus. Mit einer Monatssumme von sage und schreibe 153,6 Litern pro Quadratmeter wurde der 30jährig gemittelte Referenzwert gleich mehr als verdoppelt (Station Westerkappeln 1961-1990: 72,9 L/m²). An sieben Tagen wurden 24stündige Regensummen von mehr als 10 Litern beobachtet, am meisten durch ein heftiges Hagelunwetter am 23.08. mit 19,5 Litern pro m². 14,5 Liter davon hagelten und regneten allein innerhalb von nur 10 Minuten vom Himmel. Dennoch blieben auch 8 von 31 Augusttagen mit weniger als 0,1mm weitgehend trocken.

 

Die weiteren Monatswerte in der Zusammenfassung: Mittl. Relative Feuchte 81,9 % (+6,4 %), Mittl. Luftdruck 1013,3 hPa (-2,3 hPa), Mittl. Windgeschwindigkeit 9,2 km/h, Summe Niederschlagsdauer 110 Std., Summe Sonnenscheindauer (Station Flughafen Münster/Osnabrück) 152,4 Std. (-21 % ) 

 

 

 


 

 

 

Heftiges Hagelgewitter trifft Schlickelde

 

[23. August 2011]

 

230811Fangkamp1

230811Fangkamp2

Ein kurzes aber heftiges Hagelgewitter hat am heutigen frühen Nachmittag den westlichen Kreis Steinfurt gestreift und gegen 14 Uhr Schlickelde  voll getroffen. Neben heftigem Starkregen fiel dabei an der Wetterstation Hagel mit Korngrößen von bis zu 5 Zentimetern Durchmesser (Fotos unten, aufgenommen etwa 10 Minuten nach dem Gewitter), so dass während der Passage insgesamt 16,3 Liter Niederschlag pro Quadratmeter registriert werden konnten. 14,5 Liter davon fielen allein innerhalb von nur 10 Minuten. Die gefallenen Hagelkörner waren zum Teil so groß, dass selbst fast vier Stunden nach dem Gewitter noch über drei Zentimeter große Exemplare auffindbar waren ... sehr schön dokumentiert durch ein Foto von Sven Lüke, welches um etwa 17.45 Uhr in der Nähe der Mettinger Kläranlage aufgenommen wurde.

 

Wie die Mettinger Feuerwehr gegenüber der “Ibbenbürener Volkszeitung” mitteilte, kam es besonders an der Recker Straße und an der Bachstraße zu überfluteten Fahrbahnen. Die Feuerwehr sei mit zwei Fahrzeugen und rund 30 Kräften im Einsatz gewesen, um das Wasser abzupumpen. Zahlreiche Bäume wurden durch den Hagelschlag teilweise entlaubt, so dass Blätter einige Abflüsse verstopften. Zudem entstanden zum Teil erhebliche Hagelschäden an Gebäuden, Autos sowie in Gartenanlagen. Die abgebildeten Fotos (zur Vergrößerung bitte anklicken) wurden der Wetterstation von Maik Olding zur Verfügung gestellt und zeigen Hagelschäden in der Fangkamp-Siedlung. Auch im benachbarten Landkreis Osnabrück entstanden verbreitet Schäden durch den Hagelsturm.

 

Eine Bildanimation der Gewitterpassage mit Bildabstand von jeweils 5 Sekunden, aufgenommen von der “Wettercam Schlickelde”, können Sie sich hier nochmals anschauen.

 

Haben auch Sie eigene Fotos oder Videos vom Hagel oder etwaigen Schäden machen können? Dann schicken Sie uns diese zu.

Kontaktinformationen finden Sie hier.

 

 

Hagel102

 

Hagel202

 

 

Weitere Links zum Hagelunwetter vom 23.08.2011:

 

 

 


 

 

Kräftige Gewitter bringen über 21 Liter/m²

 

[19. August 2011]

 

Eine kräftige Gewitterfront hat am gestrigen Abend Westdeutschland und somit auch NRW überquert. Der Hauptschwerpunkt der Unwetter erstreckte sich dabei vor allem von Benelux über den Niederrhein und das Ruhrgebiet aber auch das südlichere Rheinland in Richtung Osten. So meldete die Station Aachen-Orsbach eine 24stündige Regensumme von 52,7 Litern pro Quadratmeter, in Unna wurden Spitzenböen von bis zu 107 km/h registriert. Etwas abseits der größten Gewitteraktivität wurde aber auch das Mettinger Land noch von kräftigeren Gewittern beeinflusst. So registrierten die Messgeräte am Nagelmanns Moor zwischen 20.00 und 22.30 Uhr eine Gesamtregenmenge von 21,4 L/m², davon 5,9 Liter während des Intensitätsmaximums um 20.40 Uhr allein innerhalb von 10 Minuten. Windböen waren dagegen bei uns kein Thema. Auch über etwaige Schäden wurde nichts bekannt.

 

 

 


 

 

Heute vor 8 Jahren: 38°C in Mettingen

 

[12. August 2011]

 

Maisfeld MettingenStark bewölkt, teils kräftige Schauer und Gewitter, maximal 20°C ... auch der heutige Tag ist nicht gerade ein Musterbeispiel für lupenreines Hochsommerwetter. Doch ein 12. August kann auch ganz anders: Genau 8 Jahre ist es heute her, dass die Mettinger dies sehr eindrucksvoll sprichwörtlich am eigenen Leib spürten. Damals, am 12.08.2003, setzte der “Jahrhundertsommer 2003” ein furioses Hitzefinale, wie Mettingen es seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt hatte. Gestartet mit nur 16°C in den frühen Morgenstunden, durchbrach die Temperaturkurve um kurz vor 11 Uhr die 30 Grad-Mauer und stoppte ihren bislang einzigartigen Höhenflug erst in den späteren Nachmittagsstunden bei punkt 38,0°C um 16.28 Uhr. Nicht nur, dass dieser Wert den mit Abstand heißesten Tag in der Schlickelder Stationsgeschichte bedeutete. Der 12. August war darüber hinaus der Endpunkt einer ebenso beispiellosen Hitzewelle ... mit 12 Tagesmaxima am Stück über 30°C, vier davon sogar über 35°C. Die Folgen zeigten sich damals überall: Gelbe, völlig verbrannte Rasenflächen, aufgeweichter Straßenasphalt, verzogene Bahnschienen und erhebliche Ernteeinbußen aufgrund verdorrter Getreidefelder. (Foto: Maisfeld in Mettingen-Schlickelde am 28.08.2003.)

 

 

 


 

 

Juli 2011: Zu kühl und deutlich zu trocken

 

[03. August 2011]

 

“Der Juli 2011 ... klar, der war kühl und verregnet!”, so werden wir es in diesen Tagen beim Smalltalk auf dem Markt oder im Dorfladen wohl wieder desöfteren hören. Doch ist dies voreilige Urteil wirklich gerechtfertigt? Stimmt unsere leicht zu täuschende Wahrnehmung der vergangenen vier Wochen? Wie immer ... da hilft nur ein Blick auf nüchterne, objektive Daten und Fakten. Hier sind sie:

 

TempDia071102Nach Auswertung aller 4500 Einzeldatensätze der Lufttemperatur in zwei Metern Messhöhe über Grund ergibt sich für Schlickelde ein Monatsmittelwert von exakt 16,2°C. In der derzeit von der WMO verbindlich vorgeschriebenen Normalperiode 1961-1990 wurde das 30jährige Mittel für die Mettinger Region dagegen zu 17,0°C ermittelt. Damit ergibt sich eine Abweichung des Juli 2011 von -0,8 K gegenüber der vieljährigen Norm. Es stimmt also, der zweite Sommermonat des Jahres war tatsächlich messbar zu kühl. Dies spiegelt sich nicht nur in den Tagesmitteln, sondern ebenso in den Extremwerten wieder: Bei maximal 27,7°C am 12.07. war Schluss ... höhere Temperaturen wurden den gesamten Monat über nicht erreicht, heiße Tage mit mehr als 30°C schon gar nicht. Und so fällt auch die “Sommertags-Bilanz” mit sieben (zum Teil nur knapp erreichten) “Mindest-25ern” eher mau aus. Über nur 15°C hätte man sich sogar am 24.07. schon gefreut, dem (bezogen auf die Höchsttemperatur) kältesten Julitag in der Schlickelder Stationsgeschichte. Ein schwacher Trost: Bodenfrost blieb der Tüöttengemeinde im Juli erspart. Tiefer als auf 4,9°C am 07.07. sackten die Werte in Knöchelhöhe nicht ab.

 

NiedDia0711Bleibt noch die Sache mit dem “verregnet” aufzuklären. Insgesamt fanden zwischen dem 30.06. (21 Uhr) und dem 31.07. (21 Uhr) umgerechnet 49,2 Liter pro Quadratmeter ihren Weg in die Öffnung des Schlickelder Niederschlagsmessers. Dies entspricht aber lediglich 69 Prozent des Sollwertes, der ebenso in den Jahren 1961-1990 an der Station Westerkappeln zu 71 Litern bestimmt worden war. Die vergangenen vier Wochen waren also zumindest bei uns in Mettingen tatsächlich erheblich zu trocken, auch wenn Dauerregen- und Hochwasserbilder insbesondere aus Ost- und Nordostdeutschland ein anderes Feeling vermittelt haben sollten. Eher ungewöhnlich für einen Sommermonat: Die maximale 24 Stunden-Summe wurde am 17.07. bereits mit “nur” 13,7 mm erreicht. Kräftige Schauer und Gewitter verfehlten das Mettinger Land überwiegend. Auch die maximale Niederschlagsintensität wurde mit 1,4 Litern innerhalb von 10 Minuten in den Morgenstunden des 17. Juli registriert. Immerhin die Hälfte aller Tage blieb mit weniger als 0,1 L/m² definitionsgemäß trocken.

 

Die weiteren Monatswerte in der Zusammenfassung: Mittl. Relative Feuchte 76,3 % (+1,3 %), Mittl. Luftdruck 1012,0 hPa (-4,1 hPa), Mittl. Windgeschwindigkeit 10,1 km/h, Summe Niederschlagsdauer 85,8 Std., Summe Sonnenscheindauer (Station Flughafen Münster/Osnabrück) 126,3 Std. (-35 % )

 

 

 


 

 

Kältester Julitag seit mindestens 20 Jahren

 

[24. Juli 2011]

 

JulikälteVerfrühte Herbststimmung im Mettinger Land ... Mit einer Tageshöchsttemperatur von nur 13,2°C war der heutige 24.07. der kälteste Julitag seit Beginn durchgehender Maximum-Aufzeichnungen im Tüöttenstädtchen vor fast genau 20 Jahren. Der bisherige Rekordhalter, der 09.07.2000, wurde damit nochmals um über ein Grad unterboten und auf Platz zwei zurückgestuft. Begleitet wurde die herbstlich anmutende Kälte von zum Teil starken Windböen (54 km/h), trüb-bedecktem Himmel und länger andauernden Regenfällen, die innerhalb von 24 Stunden (0 bis 24 Uhr) immerhin 16,9 Liter/m² aufsummierten.

 

Eine Woche vor seinem Ende läuft der gesamte Monat Juli Gefahr, schlussendlich als zu kühl, bislang aber nicht zu nass in die Statistiken einzugehen. Bis zum heutigen Tag beläuft sich die Temperaturabweichung zur vieljährigen Norm (1961-1990) auf -0,5 K (16,3°C / 16,8°C). Zwar ist auch weiterhin kein wirklicher Sommerdurchbruch zu erwarten, dennoch dürften die Temperaturen in der kommenden Woche allmählich zumindest wieder über die 20 Grad-Marke ansteigen. (Tabelle rechts: Hitliste der niedrigsten Juli-Maxima seit 1991.)

 

 

 


 

 

Juni 2011: Wärmer und nasser als üblich

 

[13. Juli 2011]

 

Und schon befinden wir uns mitten im meteorologischen Sommer. Höchste Zeit, einen kurzen bilanzierenden Schulterblick auf dessen erstes Drittel zurückzuwerfen.

 

TempDia0611Nach Auswertung aller Datensätze vom Nagelmanns Moor ergibt sich vom Juni 2011 folgendes Temperaturbild: Mit einer Monatsmitteltemperatur von 16,6°C erreichten die ersten 30 Sommertage einen Wert, der knapp ein Grad über jenem der Vergleichsjahre 1961-1990 zu liegen kam (Station Münster/Osnabrück: 15,7°C). Leicht zu kühle Phasen wechselten sich, recht gleichmäßig über den Monat verteilt, mit überdurchschnittlich temperierten Abschnitten ab, die insbesondere in der ersten und letzten Juniwoche deutlichere Abweichungen nach oben erreichten. Absoluter Hitzepol des Monats war der 28.06. mit 32,5°C ... einer von nur zwei “Heißen Tagen” mit mehr als 30 Grad in der Spitze. Beeindruckend aber auch das andere Ende der Skala ... mit einem absoluten Minimum von 3,5°C am 02.06., in dessen Morgenstunden auf Knöchelhöhe sogar nochmals -0,7°C erreicht wurden. Das Prädikat “Sommertag” erhielten insgesamt 8 Tage, an denen folglich mindestens 25°C auf der Temperaturanzeige erschienen.

NiedDia0611Doch nicht nur die Temperaturen fielen im Juni 2011 überdurchschnittlich aus. Auch die Niederschlagssumme lag über jener eines durchschnittlichen “Normaljahres”. Mit genau 94,6 Litern pro Quadratmeter zwischen dem 1. und 30. Juni wurde ein Plus von immerhin 18 Prozent gegenüber dem Vergleichswert der Jahre 1961-1990 hingelegt (Station Westerkappeln: 80,3 L/m²) ... nach inzwischen vier zum Teil extrem trockenen Monaten auch mehr als nötig! Den größten 24stündigen Anteil an dieser Gesamtsumme leistete dabei der 16. Juni, der mit seiner kräftigen Gewitterfront allein immerhin 18,1 Liter beisteuerte. 8,4 Liter davon fielen innerhalb von nur 10 Minuten. 12 von 30 möglichen Tagen blieben mit Messwerten unterhalb der 0,1 Liter-Schwelle dennoch definitionsgemäß trocken.

Die weiteren Monatswerte im Kurzüberblick: Mittl. Relative Feuchte 76,0 % (+1,9 %), Mittl. Luftdruck 1015,7 hPa (-0,2 hPa), Mittl. Windgeschwindigkeit 9,4 km/h, Summe Niederschlagsdauer 57,7 Std., Summe Sonnenscheindauer (Station Flughafen Münster/Osnabrück) 195,8 Stunden (-0,1 %). 

 


 

Kräftige Gewitter bringen Starkregen und Sturmböen

 

[17. Juni 2011]

 

Gewitter160611Eine kräftige Gewitterfront hat am gestrigen Nachmittag gegen 14.30 Uhr den Kreis Steinfurt und damit auch das Mettinger Land überquert. In Schlickelde kam es dabei zu Windböen bis Sturmstärke (78 km/h) sowie zu heftigem Starkregen mit Raten von bis zu 8,4 Litern innerhalb von 10 Minuten und einem Temperatursturz von 22 auf 14 Grad. Insgesamt stürzten während des Durchzuges 13,3 Liter pro Quadratmeter vom Himmel. Während aus dem Mettinger Gemeindegebiet keine größeren Schäden bekannt wurden, entwurzelte der Sturm in Recke einige Bäume und deckte nahe der Halde am Rudolfschacht große Teile eines Gebäudedaches ab. Trümmer herabgestürzter Dachziegel behinderten teilweise eine vorbeiführende Straße. (Foto: Kein Nebel sondern sturmgepeitschter Starkregen rauscht um 14.25 Uhr auf die Wöstenstraße nieder und setzt die Sichtweite vorübergehend stark herab.)

 

Ein kurzer Zeitraffer der Gewitterpassage, aufgenommen von der “Wettercam Schlickelde”, ist hier abrufbar.

 

 

 


 

 

Mai 2011: Zu warm und viel zu trocken

 

[04. Juni 2011]

 

“Mai mäßig feucht und kühl setzt dem Juni ein warmes Ziel. Aber übermäßig warmer Mai will, dass der Juni voll Nässe sei.” ... Ginge es streng nach dieser alten Bauernregel, wir würden im Juni vermutlich in den Fluten versinken. Von “feucht und kühl” jedenfalls, war der Mai 2011 weit entfernt.

TempDia0511Nach Auswertung aller 4500 Einzeldatensätze der frisch gebackenen ARD-Wetterstation zwischen dem 1. und 31.05. ergibt sich für Schlickelde folgende Bilanz: Mit einer Monatsmitteltemperatur von 14,2°C fiel der Mai 2011 gegenüber dem vieljährigen regionalen Mittel der Jahre 1961-1990 (Station Flughafen Münster/Osnabrück) um exakt 1,5 K zu warm aus. Nach einer insgesamt leicht unterdurchschnittlich temperierten ersten Woche, verlief die Tagesmittelkurve vom 6. bis zum 13. Mai durchweg zum Teil deutlich über der entsprechenden Normkurve. Es folgte ein relativ ausgeglichener Witterungsabschnitt, bevor die Werte vom 20. bis zum 26. wieder leicht zu warm ausfielen. Deutlich zu warm zeigte sich dann das Monatsende. Hier ist somit auch die absolute Temperaturspitze des Monats zu finden, die am 30.05. mit beachtlichen 30,2°C registriert werden konnte. Der erste heiße Tag des Jahres. Das andere Ende der Extrema-Skala markiert der 5. Mai mit einem knapp frostigen Tiefstwert von -0,4°C, gleichzeitig der einzige Frosttag des Monats. Bodenfrost konnte aber immerhin noch vier mal registriert werden. Am niedrigsten fiel die Temperaturkurve in Knöchelhöhe ebenfalls am 5. Mai mit -3,8°C. All dem gegenüber stand eine Ausbeute von immerhin sechs lupenreinen Sommertagen mit Temperaturspitzen über 25°C sowie dem obigen, einzigen “heißen Tag” mit mindestens 30,0°C am 30.05..

 

NiedDia0511Doch auch im letzten Drittel eines in vielerlei Hinsicht herausragenden Frühjahrs waren nicht die Temperaturen, sondern erneut die Niederschlagsverhältnisse das Wetterthema Nummer 1. Hier setzte der Mai das Werk seiner inzwischen bereits drei Vorgänger nahtlos fort. Mit einer Gesamtniederschlagsmenge von 33,7 Litern pro Mettinger Quadratmeter fiel nur knapp über die Hälfte der Wassermenge eines durchschnittlichen Maimonats in unserer Region (Station Westerkappeln 1961-1990: 63,6 L/m²). Hinzu kommt auch dieses Mal wieder eine auffallend ungleichmäßige Niederschlagsverteilung über den Monatsverlauf. Während es das erste Monatsdrittel nur auf magere 2,4 Liter brachte, fiel fast ein Drittel der gesamten Monatsmenge (10,2 L/m²) am niederschlagsreichsten 31.05. innerhalb weniger Stunden. Dazwischen verstreut ... 18 weitere absolut trockene Tage, die so manchem hiesigen Landwirt arge Sorgenfalten beschert haben dürften ... und bis heute weiter bescheren. Welche Auswirkungen die Rekordtrockenheit der vergangenen Monate auf die diesjährigen Erträge haben wird, lässt sich momentan wohl noch nicht genau abschätzen. Solange ergiebige, flächige Niederschläge ausbleiben, werden wir auch weiterhin mit befremdlichen Bildern wie am 26.05. rechnen müssen, als eine “trockene Kaltfront” mit Böen bis fast Sturmstärke in Teilen Mettingens ein regelrechtes “Sand-Inferno” auslöste und mit hochreichenden Staubwolken sogar den Himmel kurzzeitig bräunlich-trüb verfärbte.

 

Die weiteren Monatswerte in der Kurzübersicht (Normabweichung in Klammern): Mittl. Relative Feuchte 64,4 % (-7,3 %!), Mittl. Luftdruck 1018,3 hPa (+2,9 hPa), Mittl. Windgeschwindigkeit (kein Mittelwert aufgrund Stationsumbau), Summe Sonnenscheindauer (Station Flughafen Münster/Osnabrück) 252,6 Stunden (+23,8 %). 

 

 

 


 

 

Zweittrockenster Frühling seit über 100 Jahren

 

[04. Juni 2011]

 

Gemerkt haben wir es wohl alle, ob im heimischen Gemüsegarten oder draußen auf den Feldern. Jetzt ist es auch zahlenmäßig Fakt: Der Frühling 2011 war der trockenste seit Beginn regelmäßiger Niederschlagsmessungen in Schlickelde, die immerhin bis ins Jahr 1995 zurückreichen. Insgesamt erreichten zwischen dem 1. März (meteorolog. Frühlingsbeginn) und dem 31. Mai nur magere 84 Liter pro Quadratmeter Mettinger Boden. Dies entspricht lediglich 47 Prozent des vieljährigen Normalwertes, der in den Jahren 1961 bis 1990 am Fruehlingsniederschlag03Standort Westerkappeln zu 178 Liter/m² gemittelt wurde. Und mehr noch: Laut Messungen der heute privat betriebenen Wetter- und Klimastation Bocholt, deren Datenreihe bis ins Jahr 1901 zurückreicht, war der Zeitraum vom 1.3. bis 31.05.2011 sogar das zweittrockenste Frühjahr seit über 100 Jahren im Münsterland, geschlagen nur noch vom Frühling 1991.

 

Weitere Rekorde fielen bei den Auswertungen zur Sonnenscheindauer: Nach Pressemitteilungen des Deutschen Wetterdienstes erlebte Deutschland in den vergangenen drei Monaten den sonnenscheinreichsten Frühling seit Beginn durchgehender Aufzeichnungen im Jahr 1951. Und auch die Temperaturen waren rekordverdächtig: Seit dem Start flächendeckender Messungen im Jahr 1881 gab es deutschlandweit nur einen einzigen Frühling mit einem noch höheren Temperaturmittel, und zwar der des Jahres 2007. Detailliertere Auswertungen für Schlickelde folgen in Kürze hier auf der Webseite bzw. sind in den Bilanzen der einzelnen Monate zu finden.

 

 

 


 

 

Erste Sommernacht bringt Bodenfrost

 

[01./02. Juni 2011]

 

01.06.2011:  Für die Hobbygärtner im Mettinger Land ist Vorsicht geboten: Nach dem Durchzug einer markanten Kaltfront gestern und dem rückseitigen Einfließen spürbar kühlerer Luftmassen, die im Tagesverlauf des heutigen meteorologischen Sommeranfangs unter Beruhigung deutlich abtrockneten, ist in der kommenden Nacht mit einer kräftigen Auskühlung zu rechnen. Zwar ist Bodenfrost eher unwahrscheinlich, bis etwa 4°C (2 Meter Höhe) bzw. 0 bis +1°C am Erdboden können die Werte auf dem Schlickelder Messfeld aber dennoch sinken.

 

02.06.2011:  Noch etwas tiefer als gestern prognostiziert, sackten die Temperaturen in der vergangenen Nacht kräftig in den unsommerlichen Keller. Nur drei Tage nachdem erstmals in diesem Jahr die 30 Grad-Marke überschritten wurde, registrierten die Messgeräte am Nagelmanns Moor in den heutigen frühen Morgenstunden sogar nochmals Bodenfrostwerte bis -0,7°C. Mettingen-Schlickelde erreichte damit Platz 5 in der Hitliste der kältesten NRW-Stationen. Spitzenreiter wurde Porta-Westfalica mit -1,3°C. Noch kälter wurde es beispielsweise im niederländischen Enschede (-2,0°C) sowie in Teilen Niedersachsens (Hameln -3,2°C).

 

 

 


 

 

Erster “Heißer Tag” des Jahres

 

[30. Mai 2011]

 

Mit einer Tageshöchsttemperatur von 30,2°C wurde heute, zwei Tage vor Beginn des meteorologischen Sommers, erstmals in diesem Jahr die 30 Grad-Mauer durchbrochen und somit der erste “Heiße Tag” 2011 registriert. Auch am Abend stand bei über 22°C noch um 21.30 Uhr einem perfekten Grillabend nichts im Wege. Das wird sich in den kommenden 24 Stunden jedoch drastisch ändern: Eine markante Kaltfront nimmt in diesen Stunden bereits Kurs auf den Westen Deutschlands und zieht morgen mit zum Teil heftigen und unwetterartigen Regenfällen und Gewittern über Deutschland hinweg. Rückseitig werden die Temperaturen am Abend dann kaum mehr nennenswert über 10°C liegen.

 

Vorhersagen und Unwetterwarnungen für Schlickelde im Vorfeld der Gewitterfront sowie stündlich aktualisierte Daten während ihrer Passage finden Sie hier auf der Stationsseite. Auch über die “Wettercam Schlickelde” können Sie den Durchzug live mitverfolgen.

 

 

 


 

 

ARD-Wetterstation Mettingen-Schlickelde ist online

 

[04. Mai 2011]

 

Endlich ist es soweit ... die Wetterstation Mettingen-Schlickelde ist nun offiziell Teil des größten und dichtesten meteorologischen Messnetzes Deutschlands und seit dem 1. Mai als ARD- bzw. WDR-Wetterstation online abrufbar. Lediglich einzelne Sensoren, so z.B. für die Messung der Windgeschwindigkeit, müssen noch dem neuen System angepasst werden und folgen voraussichtlich innerhalb der kommenden Woche. Mit diesen Umstellungen ändern sich auch einige Bereiche hier auf der Stations-Webseite. So finden sich aktuelle Berichte und Neuigkeiten zum Wetter im Tüöttenstädtchen neuerdings unter dem Menüpunkt “News”, während unter “Aktuell” nun rund um die Uhr stündlich aktualisierte Wetterdaten der Station sowie als Verlaufsdiagramm aufbereitete Punktprognosen für Mettingen-Schlickelde abrufbar sind. Als Grundlage für diese Vorhersage dienen einerseits sämtliche Klimadaten der vergangenen 6 Jahre aus Schlickelde sowie 10minütig angepasste Auswertungen der aktuellen Daten, die mit aufwendigen Modellverfahren in die Zukunft gerechnet werden. Weitere Anpassungen der Webseite folgen in den nächsten Wochen.

 

 

 


 

 

April 2011: Sehr warm und deutlich zu trocken

 

[02. Mai 2011]

 

Nachdem bereits Februar und März wärmer und vor allem zum Teil extrem trockener als normalerweise üblich ausgefallen waren, setzte auch der April das Werk seiner Vorgänger quasi nahtlos fort und wurde, wie schon gehäuft in den vergangenen Jahren, seinem eigentlichen Ruf als launisch-wechselhafter Schauermonat erneut so garnicht gerecht.

 

TempDia0411Schauen wir zunächst auf die Temperaturen im April 2011 in Mettingen. Gemittelt über alle Einzelstundenwerte zwischen dem 1. und 30.04. ergibt sich ein Durchschnittswert von sage und schreibe 12,7°C. Zum Vergleich: Dies entspricht exakt dem Monatsmittel, das in unserer Region üblicherweise in einem normalen Monat Mai zu erwarten wäre. Der April fährt somit, ähnlich wie schon 2007 und 2009, auch in diesem Jahr ein herausragendes Temperatur-Plus von 4,5 Grad gegenüber der vieljährigen Norm ein (Station Münster/Osnabrück 1961-1990: 8,2°C). Das absolute Monatsmaximum wird am 23.04. mit satten 27,0°C gemessen, einem von insgesamt drei frühen Sommertagen, die mehr als 25°C in der Spitze bringen. Dennoch fällt das Quecksilber am 14. April nochmals bis auf -0,3°C, am Erdboden sogar -5,0°C ab ... der einzige Frosttag des Monats. Bemerkenswert: An keinem einzigen Tag fällt die Tagesmittelwertkurve unter die entsprechenden Werte eines “normal temperierten” April ab (siehe Diagramm) ... alle 30 Tage fallen somit wärmer als üblich aus. Lediglich zur Monatsmitte gleichen sich die Werte vorübergehend durchschnittlichen Verhältnissen an. Die Folge: Bereits am 18. April öffnen sich am Nagelmanns Moor die ersten Apfelblüten und läuten damit den Beginn des Vollfrühlings ein.

 

NiedDia0411Und ... auch das eine deutliche Parallele zu gleich sechs vorangegangenen Jahren in Folge ... er fällt erheblich trockener aus als gewöhnlich, der April 2011. Aufsummiert tröpfeln zwischen dem 1. und 30.04. lediglich 37,6 Liter Regenwasser auf jeden Schlickelder Quadratmeter herab. Dies entspricht einem deutlichen Minus von 29 Prozent gegenüber der vieljährigen Norm (Station Westerkappeln 1961-1990: 52,7 L/m²). Am meisten Regen fällt am 04.04. mit 19,4 Litern innerhalb von 24 Stunden. 23 von 30 Tagen bleiben dagegen vollkommen trocken. Die maximale Niederschlagsintensität wird am Abend des 3. April mit 0,8 Liter/m² innerhalb von nur einer Minute erreicht.

 

Die weiteren Monatswerte in der Kurzübersicht: Mittl. Relative Feuchte 68,0 % (-5,3 %), Mittl. Luftdruck 1019,3 hPa (+5,0 hPa), Mittl. Windgeschwindigkeit 8,5 km/h, Summe Sonnenscheindauer (DWD-Station Flughafen Münster/Osnabrück) 249,8 Stunden (+57,3 %)

 

 

 


 

 

Erweiterung des Messprogramms: Neue Sensoren

 

[29. April 2011]

 

Im Zuge des Umbaues zur ARD-Wetterstation nehmen in diesen Tagen auf dem Schlickelder Messfeld neue Messgeräte ihren Betrieb auf. Neben einem werksneuen Windgeschwindigkeitsgeber mit neuem Kugellager und Frequenzausgang wird das Messprogramm um einen sogenannten Niederschlagswächter erweitert. Der Niederschlagswächter dient als Signalgeber zur sekundengenauen NiederschlagsmelderErmittlung von Niederschlagsbeginn und -ende sowie der Dauer von Niederschlagsperioden, wie sie z.B. im meteorologischen und klimatologischen Dienst benötigt werden. Sämtliche Niederschläge in Form von Sprühregen, Regen, Schnee oder Hagel werden von einem Lichtschrankensystem erfasst und lösen ein Schaltsignal aus. Mit einem eingebauten Ereignisfilter soll das Auslösen des Schaltsignals bei Einzelereignissen wie z.B. Blättern, Vogelkot, Insekten etc. möglichst unterdrückt werden. Dazu müssen innerhalb von 50 Sekunden mindestens n Tropfenereignisse stattfinden. Die Anzahl der Tropfenereignisse (1...15) kann programmiert werden. Nach Niederschlagsende wird das Schaltsignal nach einer einstellbaren Ausschaltverzögerungszeit zurück gesetzt. Durch das direkte Auswerten der Ereignisse kann Anfang und Ende der Niederschlagsperiode minutengenau erkannt werden. Für extreme Witterungsbedingungen besitzt der Niederschlagswächter eine Heizung, die den Schnee- und Eisansatz an der Gehäuseoberfläche verhindert. Dazu ist das Gerät mit einer geregelten Heizung ausgerüstet, die die Oberfläche auf einer Temperatur von > 0°C hält.

 

 

 


 

 

ARD-Wetterstation startet nach Ostern

 

[15. April 2011]

 

Die Planungen zum Start der ARD-Wetterstation Mettingen-Schlickelde schreiten in diesen Tagen weiter voran. Nach derzeitigem Stand können die Umbauarbeiten und Installationen auf dem Messfeld am Nagelmanns Moor voraussichtlich direkt nach Ostern beginnen, so dass die Station möglicherweise schon in der folgenden Woche offiziell dem ARD-Messnetz übergeben werden kann. Zeitgleich startet dann die Veröffentlichung stündlich aktualisierter Wetterdaten sowie Punktprognosen für Schlickelde hier auf der Stationsseite. Über die weiteren Entwicklungen halten wir Sie selbstverständlich auf dem Laufenden.

 

Aktualisierung 27.04.: Seit wenigen Tagen ist die Wetterstation Mettingen-Schlickelde nun offiziell Teil des größten und dichtesten meteorologischen Messnetzes Deutschlands und überträgt ihre Daten nun im zehnminütigen Intervall via GPRS-Modem in die Zentrale eines privaten Wetterdienstes mit Sitz in Bochum. Bis die Messungen und angeschlossene Vorhersage-Modellrechnungen für Schlickelde nicht nur firmenintern sondern auch öffentlich zugänglich sein werden, kann es aber noch ein wenig dauern. Auch die derzeitigen Umbauarbeiten an der Station sind noch nicht abgeschlossen.

 

 


 

 

Frühsommer am 2. April: 24,0°C

 

[02. April 2011]

 

KrokusAaaangrillen im Mettinger Land ... Mit Temperaturen weit jenseits der 20 Grad-Marke hat heute endgültig der Frühling, ja fast sogar schon ein Hauch von Frühsommer Einzug gehalten im Tüöttenstädtchen. Mit einem nachmittäglichen Maximum von 24,0°C wurde nicht nur der natürlich bislang höchste Wert des Jahres erreicht. Es fielen sogar alte Rekordmarken für Anfang April und den meteorologischen Frühlingseinzug überhaupt. Nie zuvor in der Geschichte Schlickelder Messreihen wurden so früh im Jahr so hohe Temperaturen erreicht. Der bisherige Rekordhalter, der 30. März 1998, wurde allerdings derart knapp überboten, dass man fast von einem Patt sprechen muss. 23,9°C zeigte die Quecksilbersäule damals am vorletzten Märztag ... lediglich unbedeutende 0,1 K Differenz zu heute. Auch für die erste Aprildekade (01.-10.04.) stellt der heutige Messwert ein absolutes Novum dar. 23,5°C jeweils am 02.04.01 und am 10.04.09, 21,8°C am 4. April 2005 ... mehr war bislang nicht drin in den ersten zehn Apriltagen. Weiterhin “in Stein gemeißelt” stehen dagegen aber natürlich die Spitzenwerte für den gesamten Monat. Unvergessen der “April-Sommer” vor vier Jahren mit Temperaturen bis 28,4°C zur Monatsmitte. Weniger präsent dagegen wohl die sommerliche Serie Ende April 1993 mit gleich 6 Sommertagen (mindestens 25,0°C) und mehrmaligen Spitzenwerten bis 27°C.

 

Rekorde auch aus anderen Teilen des Münsterlandes: In Legden wurde mit einem Tmax von 23,7°C ebenfalls ein neuer Dekadenrekord in der inzwischen 33jährigen Messreihe aufgestellt. Und ebenfalls knapp ... 0,1 K über dem alten Wert vom 10.04.2009. In Nordhorn und Emsdetten rauschten die Thermometer sogar bis auf Spitzenwerte von jeweils 25,0°C! Absolut rekordverdächtig aber auch der Verlauf der Schlickelder Temperaturkurve am heutigen Abend: Selbst um 23 Uhr zeigten die Messgeräte am Nagelmanns Moor noch Sommernachtswerte von 19°C an.

 

 


 

 

März 2011: Leicht zu warm und extrem trocken

 

[01. April 2011]

 

Der Winter 2010/2011 ... er ist Geschichte. Inzwischen hat längst der  Frühling Einzug gehalten im Mettinger Land. Grund genug, nach dem ersten Frühlingsdrittel an dieser Stelle einen kurzen bilanzierenden Blick zurückzuwerfen und den März 2011 klimatisch detaillierter zu beleuchten.

 

TempDia0311Das große Wetterthema im vergangenen Monat, soviel sei schon vorweggenommen, waren sicherlich nicht die Temperaturen. Zu kalte und zu milde Witterungsabschnitte hielten sich in etwa die Waage und ergänzten sich schlussendlich zu einer relativ ausgeglichenen Temperaturbilanz.  Mit einer Monatsmitteltemperatur von 5,3°C positionierte sich der März  2011 lediglich um relativ unbedeutende +0,6 K oberhalb des Normwertes  (Station Münster/Osnabrück 1961-1990: 4,7°C). Durchweg kälter als üblich fielen insbesondere die ersten acht Tage des Monats aus, während es  nachfolgend nur noch selten und recht kurz zu Tagesmitteln unterhalb der Normalkurve kam. Besonders mild verlief der Abschnitt vom 9. bis 15.  März sowie das Monatsende. So wurde die absolute Monatsspitze mit 17,9°C auch am 30.03., der Tiefstwert mit -6,2°C am 07.03. registriert  (-10,9°C am Erdboden). Eistage mit Tageshöchstwerten im Frostbereich  traten im März 2011 keine mehr auf, während die Anzahl der Frosttage  (Tmin < 0°C) doch noch zu beachtlichen 17 ermittelt werden konnte.

 

Das bestimmende Thema im ersten 2011er-Frühlingsmonat war aber eindeutig eine rekordverdächtig ausdauernde und intensive Trockenheit. NiedDia031102Während es ein gewöhnlicher Monat März in unserer Region üblicherweise schon auf  eine Niederschlagsmenge von etwa 62 Litern (Station Westerkappeln 1961-1990: 61,7 L/m²) bringen sollte, summierte  sich das spärliche Getröpfel in den vergangenen 31 Tagen lediglich auf  einen äußerst mageren Endstand von 12,3 Litern je Schlickelder  Quadratmeter. Dies entspricht einem satten Minus von 80 Prozent gegenüber “normalen” regionalen Verhältnissen! Noch beeindruckender ist die zeitliche Verteilung der Messwerte über den Monat. 8,5 der insgesamt 12,3 Liter fielen allein in den letzten beiden Märztagen, während sage und schreibe 26 von 29 Tagen davor absolut trocken blieben. Schlickelde erlebte so den zweittrockensten März seit Beginn durchgehender Messungen  im Jahr 1995. Knapp geschlagen nur noch vom März 1996 mit seinen  insgesamt 11,7 L/m². Klar, dass das nicht ohne Folgen für Land- und  Forstwirtschaft bleiben konnte: Bereits deutlich erhöhte Waldbrandgefahrenstufen sowie völlig ausgetrocknete, staubige Äcker zum  Monatsende ... all das ausgerechnet zu Beginn der Vegetationsperiode.

Die weiteren Monatswerte im Überblick (Abweichung zur vieljährigen Norm in Klammern): Mittl. Relative Feuchte 76,9 % (-1,3 %), Mittl. Luftdruck  1023,0 hPa (+8,2 hPa!), Mittl. Windgeschwindigkeit 8,3 km/h, Summe  Sonnenscheindauer (DWD-Station Flughafen Münster/Osnabrück) 186,0 Stunden (+69,2 %).

 


 

 

Mettingen-Schlickelde bald ARD-Wetterstation

 

[01. April 2011]

 

Mettingen-Schlickelde: 35,7 Grad ... so könnten schon bald im Wetter nach den Tagesthemen Sven Plöger und Co. von einer sommerlichen Hitzewelle berichten. Denn bald ist es soweit: Die Wetterstation Mettingen-Schlickelde wird in einigen Wochen offiziell ins Messnetz der Meteomedia GmbH aufgenommen, die u.a. Fernseh- und Radio-Anstalten der ARD, darunter auch Nachrichtensendungen wie die Tagesthemen oder die “Aktuelle Stunde” im WDR, mit Vorhersagen und Daten beliefert. Genauere Planungen zu etwaigen Umbauten oder System-Umstellungen laufen derzeit an. Mit stündlich aktualisierten Wetterdaten ist allerdings kaum vor Mai oder Juni zu rechnen. Deutlich früher werden aber bereits exakte Punkt-Vorhersagen für Mettingen-Schlickelde hier auf der Stationsseite abrufbar sein. Als Grundlage hierfür dienen sämtliche Schlickelder Wetterdaten der vergangenen vier Jahre, die in dieser Woche bereits in die Datenbanken und angeschlossenen Modelle des Wetterdienstes eingespeist werden. So wird es in Zukunft möglich sein, exakte Vorhersagen zu Temperatur, Wind, Niederschlag etc. abzurufen, die ganz speziell für den Standort Schlickelde berechnet und im 10 Minuten-Takt mit den aktuellen Messungen abgeglichen werden. Weitere Berichte folgen ...

 

 


 

 

Februar 2011: Zu mild und deutlich zu trocken

 

[01. März 2011]

 

TempDia02111. März, meteorologischer Frühlingsanfang ... der letzte Monat eines zumindest in Teilen recht beeindruckenden Winters 2010/2011 ist vorüber. Herausragend winterlich zeigte sich der Februar 2011 jedoch nicht mehr. Witterungsabschnitte mit Tagesmitteltemperaturen zum Teil deutlich  unterhalb der Normkurve (1961-1990) blieben im wesentlichen auf den Zeitraum zwischen dem 17. und 24.02. sowie den Monatsbeginn beschränkt. Überwiegend lagen die Temperaturen im Februar 2011 über, vom 3. bis 8.  Februar zum Teil sogar deutlich über dem vieljährigen Mittel. So erreichte der 05.02. mit einem Tagesmittel von 11,0°C beispielsweise ein sattes Plus von mehr als sieben Grad gegenüber dem Niveau eines durchschnittlichen 5. Februar.

Insgesamt mittelten sich alle 28 Tageswerte im Februar 2011 zu einer monatlichen  Durchschnittstemperatur von 3,3°C. Dies entspricht einer Abweichung zum Vergleichswert der Periode 1961-1990 von +1,3 K. Das absolute Monatsmaximum wurde mit 12,5°C am 7., der Tiefstwert mit -8,0°C am 22. Februar gemessen. In fünf Zentimetern Messhöhe erreichten die Werte an  jenem Tag sogar nochmals ein Minimum von -11,4°C. Frosttage mit 2m-Tiefstwerten unterhalb der Null-Grad-Marke gabe es insgesamt 11, Eistage (Tmax < 0°C) nur noch zwei.

NiedDia0211Eine bedeutendere Rolle als die Temperaturentwicklung spielten jedoch die Niederschlagsverhältnisse im letzten Wintermonat. Mit einer  Gesamtniederschlagssumme von nur 30,1 Litern pro Mettinger Quadratmeter fiel der Februar 2011 mit einem recht deutlichen Minus von 42 Prozent erheblich zu trocken aus (Station Westerkappeln 1961-1990: 51,5 L/m²). Nennenswertere Niederschläge fielen lediglich im Zeitraum vom 10. bis 15.02., während beachtliche 14 Tage mit Messwerten von weniger als 0,1 mm praktisch trocken blieben. Dies insbesondere in der zweiten  Monatshälfte. Erwähnenswerte Schneefälle blieben im Februar 2011 auf den 12. und 24.02. beschränkt, an denen sich jeweils vorübergehend nochmals für einige Stunden ein dünner “weißer Hauch” über das Mettinger Land legte. Eisregen, Graupel und Regen traten am 01.02. auf und verwandelten in den Abendstunden den gefrorenen Boden in zum Teil spiegelglatte  Eisflächen.

Die weiteren Monatswerte im Überblick (Abweichung zur Norm in Klammern): Mittl. Relative Feuchte 82,7 % (+1,2 %), Mittl. Luftdruck 1017,1 hPa  (+1,2 hPa), Mittl. Windgeschwindigkeit 13,0 km/h, Summe Sonnenscheindauer (DWD-Station Flughafen Münster/Osnabrück) 58,5 Stunden (-23,3 %).

 

 

 


 

 

“Lukas” und “Marc” bringen Sturm und milde Luft

 

[06. Februar 2011]

 

Mit Sturmböen und viel milder Luft im Gepäck haben in den vergangenen 48 Stunden die Sturmtiefs “Lukas” und “Marc” Deutschland überquert. In den frühen Morgenstunden des gestrigen Samstags erreichte der Wind dabei auch in Mettingen in Böen volle Sturmstärke (Windstärke 9 / 75 bis 88 km/h) mit einem absoluten Maximum von 81,7 km/h um Punkt 5.15 Uhr. Typisch für eine lebhafte Westströmung mit Südweststurm wurden zudem sehr milde Luftmassen angezapft, die die Quecksilbersäule vor allem in den Nachmittagsstunden auf bis zu 11,6°C hinauf drückten. Selbst bis weit nach Mitternacht verharrten die Thermometerstände durchweg oberhalb der 11°C-Marke und fielen erst in den heutigen Morgenstunden knapp unter 10°C.

 

Über größere Schäden durch den Sturm im Raum Mettingen wurde nichts bekannt. Viel Glück hatte dagegen laut Angaben der “Neuen Osnabrücker Zeitung” eine 55jährige Bramscherin, deren Auto von einem umstürzenden Baum getroffen wurde.  In den kommenden Tagen gehen die Temperaturen bei uns wieder allmählich zurück, bleiben anfangs aber noch im milden Bereich.

 

 

 


 

 

2010 war ein “nasses Kaltjahr”

 

[03. Februar 2011]

 

34 Tage nach dem Jahreswechsel sind nun alle Datenauswertungen zum Wetterjahr 2010 in Schlickelde abgeschlossen. Und eines lässt sich beim Blick in die Messwertkurven direkt feststellen: 2010 war bei uns ein Kaltjahr. Doch damit nicht genug: Mit einer Schlickelder Jahresmitteltemperatur von nur 8,76°C war es das erste “zu kalte” Jahr seit 14 Jahren überhaupt in unserer Region. Bezogen auf den vieljährigen Normalwert für unsere Region, der in den 30 Jahren der WMO-Normalperiode 1961-1990 am Flughafen Münster/Osnabrück zu 9,2°C ermittelt worden war, betrug die Negativabweichung somit mehr als 0,4 K. Ein solches 12-Monats-Mittel unterhalb des Referenzwertes hatte es zuletzt 1996 gegeben, als sich alle 366 Tage zwischen dem 1. Januar und 31. Dezember zu 8,0°C mittelten.

 

Jahreskurve Tagesmittelabweichung 2010Das abgebildete Diagramm veranschaulicht detailliert das Zustandekommen des oben genannten Zahlenwertes: Entlang der schwarzen Kurve, die die 30jährig gemittelten (“Normal”-) Werte der Lufttemperatur der Referenzperiode 1961-1990 wiedergibt, sind in Balkenform die entsprechenden Tageswerte des vergangenen Jahres aufgetragen. Dies in roter Farbe immer dann, wenn sie wärmer ausfielen als das entsprechende 30 Jahres-Tagesmittel. Entsprechend blau, wenn die Abweichung unterhalb der Referenzkurve negativ ausfiel. Bereits auf den ersten Blick fallen zwei Monate auf, die fast ausschließlich zum Teil drastisch “zu kalte” Tage aufwiesen: Der Januar und der Dezember 2010, die beide von ungewöhnlich ausdauernder, strenger Winterkälte geprägt waren. Auch Februar, Mai und Oktober fielen über weite Strecken zu kalt aus, während extreme positive Abweichungen ganz besonders während der ausgeprägten Hitzewellen im Juli zu verzeichnen waren. So erreichte das maximale Tagesmittel des Jahres am 9. Juli beispielsweise einen Wert von 27,6°C und lag damit satte 10,3 Grad über dem entsprechenden Mittel der Jahre 1961 bis 1990 für den 09.07.. Dem gegenüber stand der 26. Januar 2010 mit einer sagenhaften Negativabweichung von fast 14 K.

 

Was die Niederschlagsverhältnisse betrifft, lässt sich das Jahr 2010 in Schlickelde insgesamt betrachtet als recht regenreich einstufen. Mit einer Jahressumme von 908,4 Litern pro Quadratmeter fanden über 100 Liter Wasser mehr, als es das vieljährige Mittel für das Mettinger Land vorgibt, ihren Weg in die Messgeräte (Station Westerkappeln 1961-1990: 799,8 L/m²). Dies entspricht einer Abweichung von exakt +13,6 Prozent. Enorm war in diesem Zusammenhang die monatliche Schwankungsbreite im vergangenen Jahr. Während eine ausgeprägte Dürreperiode im Juni diesen mit nur 6,5 Litern pro m² zum trockensten Vertreter seiner Art seit über 100 Jahren machte, schien Petrus diesen “Fauxpas” im August gleich doppelt und dreifach wieder ausmerzen zu wollen und überschüttete das Tüöttendorf mittels eines wahren “Jahrhundertregens” mit einer 31-Tage-Summe von über 290 Litern ... dem Vierfachen des Normwertes.

 

Knapp negativ dagegen: Die Sonnenscheinbilanz 2010 im Münsterland. Laut Datenbestand des DWD für die Flugwetterwarte Münster/Osnabrück lugte unser Zentralgestirn zwischen dem 01.01. und 31.12.2010 insgesamt 1482,6 Stunden durch´s Gewölk, brachte es damit aber nur auf gut 97 Prozent des Erwartungswertes. Weit überdurchschnittlich lang sonnte es dabei im April sowie im Juni und Juli vom Firmament, während besonders die Wintermonate insgesamt eher “düster” ausfielen. So erfüllte der Februar sein Sonnensoll beispielsweise nur zu mageren 36 Prozent. Gestützt werden diese leicht sonnenärmeren und nasseren Bilanzen auch von den Schlickelder Luftdruckdaten, die mit einem Jahresmittel von 1013,6 hPa ein fast 2 hPa “zu niedriges” Niveau erreichten und damit auf häufigeren Tiefdruckeinfluss hindeuten.

 

 

 


 

Januar 2011: Zu warm und zu nass

 

[02. Februar 2011]

 

TempDia0111Die Kälte ist vorbei, der Schnee ist abgetaut ... Nach dem kältesten und schneereichsten Dezember der Schlickelder Stationsgeschichte ist das Mettinger Land längst zurück in der normalen, unspektakulären nordwestdeutschen Winterwirklichkeit, bestehend aus mild-windigen Westwetterphasen und kürzeren Kaltlufteinbrüchen. Doch alles der Reihe nach ...

 

Nach Auswertung aller Datensätze zwischen dem 1. und 31.01. kommt die Wetterstation Mettingen-Schlickelde zu dem Ergebnis, dass der Januar 2011 mit einer Monatsmitteltemperatur von 2,9°C um deutliche 1,5 Grad zu warm ausgefallen ist (Station Münster/Osnabrück 1961-1990: 1,4°C). Kurze, knapp zu kalte Abschnitte vom 3. bis 5. und am 20./21. Januar sowie zum Ende des Monats standen zum Teil drastisch überdurchschnittlich temperierten Mildphasen gegenüber, die sich vor allem zur Monatsmitte auf eine 0701201102absolute Spitze von bis zu 12,0°C (16.01.) aufschaukelten. Der absolute Temperaturtiefpunkt wurde dagegen erst am 29. Januar mit -6,9°C erreicht. In Knöchelhöhe über der Erdoberfläche ging´s an jenem Morgen sogar bis auf -11,4°C hinunter. Insgesamt enthielt der Januar 2011 immerhin noch 15 Frost- (Minimum unter 0°C) sowie 3 Eistage (Maximum unter 0°C). (Foto: Tauende, schmutzige Altschneereste säumen am 7. Januar die Wöstenstraße in Schlickelde.)

 

Und er war messbar nasser als üblich, der erste Monat des neuen Wetterjahres. Mit einer Gesamtwassermenge von 83,1 Litern auf jedem Mettinger Quadratmeter fiel etwa 16 Prozent mehr Niederschlag als es der gemittelte Vergleichswert der Jahre 1961-1990 für unsere Region vorgibt (Station Westerkappeln: 71,5 L/m²). Im Wesentlichen fielen die Niederschläge dabei als Regen. Lediglich am 2., 19. und 21.01. wurden überwiegend (02.01.) bzw. zum Teil Flocken registriert. Während das Mettinger Land die ersten sieben Tage des Monats noch unter einer geschlossenen, bis zu 14 Zentimeter dicken Schneedecke schlummerte, sorgte starkes Tauwetter am 6. und 07.01. dafür, dass uns NiedDia0111der 8. Januar bereits morgens wieder vollständig grün anstrahlte. Abgesehen von einem örtlichen, nicht messbaren “weißen Hauch” durch einzelne schwache Schauer zum Monatsende, konnte nachfolgend keine Schneedecke mehr verzeichnet werden. Den größten 24-Stunden-Messwert brachte uns der 13.01. mit insgesamt 13,1 Litern, die maximale Niederschlagsintensität der 14.01. mit 0,4 Litern pro Minute. 9 Tage blieben mit Mengen unter 0,1 Liter/m² weitgehend trocken.

 

Die weiteren Monatsdaten sowie (falls vorhanden) deren Abweichung zur Norm in Klammern: Mittl. Relative Luftfeuchte 90,4 % (+4,9 %), Mittl. Luftdruck 1017,8 hPa (+2,4 hPa), Mittl. Windgeschwindigkeit 10,0 km/h, Summe Sonnenscheindauer (DWD-Station Flughafen Münster/Osnabrück) 42,5 Stunden (-6,2 %)

 

 

 

 


 

 

Partielle Sonnenfinsternis über Mettingen

 

[02. Januar 2011]

 

Sofi2010aIn den Morgenstunden des 4. Januar wird über Mitteleuropa eine partielle Sonnenfinsternis erwartet. Zwischen Sonnenaufgang und 10.45 Uhr wird die Sonnenscheibe um bis zu knapp 80 Prozent durch den Mond verdeckt werden. Das Maximum der Bedeckung wird bei uns etwa gegen 9.20 Uhr zu sehen sein. Vorausgesetzt ... das Wetter spielt mit. Und da sieht es derzeit leider nicht ganz perfekt aus. Alle Infos zur “Sofi” finden Sie hier.

 

04.01.2011 (12.15 Uhr): Nachdem tiefe und mittelhohe Wolkenfelder am heutigen Morgen die Sicht auf die Anfangsphase der “Sofi” zunächst verdeckten, lockerte der Himmel nachfolgend deutlich auf und gab während der Hauptphase der Bedeckung den Blick auf die Sonnenscheibe immer mehr frei. Durchziehende Wolkenfelder wirkten dabei wie eine Art Filter, so dass man das Schauspiel zeitweise sogar ohne Schutzbrille verfolgen konnte.  Das abgebildete Foto wurde um 9.29 Uhr von Schlickelde aus aufgenommen.

 

Ein Video der Sonnenfinsternis aus Schlickelde ist nun hier (62 MB) oder mit Klick auf das Foto abspielbar.

 

 

 


 

 

Dezember 2010: Kältester Monat der Stationsgeschichte

 

[01. Januar 2011]

 

Kanal3012201002Am eigenen Leib gespürt haben wir es alle, jetzt ist es auch rechnerisch Fakt: Der Dezember 2010 war der kälteste Monat seit Beginn durchgehender Temperaturaufzeichnungen (August 1989) in Schlickelde, also seit mindestens 21 Jahren. Zieht man andere, längere Messreihen aus unserer Region zum Vergleich heran, so relativiert sich das Ergebnis zwar etwas, bleibt aber dennoch eindrucksvoll. So ordnet sich der Dezember 2010 in der bis 1949 zurückreichenden Messreihe von Münster (bzw. später Flughafen Münster/Osnabrück) immerhin noch unter die Top 8 der kältesten Monate in den vergangenen über 60 Jahren ein. Besonders der Januar 1963 sowie der Februar 1956 spielten hier mit fast unglaublichen Monatsmitteln von -6,6 bzw. sogar -7,9°C in einer ganz anderen Liga. Wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte, war der Dezember 2010 deutschlandweit der kälteste Dezember seit 1969. (Foto: Dicke Eisschollen auf dem vereinsamten Mittellandkanal bei Recke am 30.12. / Klick auf´s Bild öffnet ein zugehöriges Video.)

 

Nach Auswertung aller 44640 Einzeldatensätze kommt die Wetterstation Mettingen-Schlickelde im Dezember 2010 zu einer Monatsmitteltemperatur von -2,9°C. Dies entspricht einer Rekordabweichung von sage und schreibe -5,3 K gegenüber dem offiziellen TempDia121003Vergleichsmittel der Jahre 1961-1990 in unserer Region (Station Münster/Osnabrück: 2,4°C). Aufsummiert über den gesamten Monat stieg die Lufttemperatur in der großen Klimahütte überhaupt nur 135 Stunden (meist knapp) über die Null-Grad-Marke an. Die längste zusammenhängende Dauerfrostperiode erstreckte sich vom 16.12. (17.45 Uhr) bis 19.30 Uhr am zweiten Weihnachtstag. Der bisherige Stationsrekord aus dem Dezember 1996 bzw. Januar 1997 mit 22 Tagen Minus am Stück konnte damit aber nicht gefährdet werden. Insgesamt blieben im Dezember 2010 nicht weniger als 18 Tage mit ihrem Maximum im Minusbereich und erhielten damit die Auszeichnung “Eistag”. Nur ein einziger Tag, nämlich der 11.12., konnte mit einem 24 Stunden-Minimum oberhalb des Gefrierpunktes nicht als “Frosttag” klassifiziert werden. In den absoluten Monatstiefpunkt rutschte der 21.12. mit frühmorgendlichen -15,7°C. Insgesamt sieben Tage brachten Minima von unter -10°C. Dem gegenüber stand ein bescheidenes Maximum von +6,7°C am 11. Dezember. Dies war gleichzeitig zusammen mit dem 31.12. einer von nur zwei Tagen, an denen die Durchschnittstemperatur über das vieljährige Mittel der Periode 1961-1990 anstieg. An einigen besonders kalten Tagen, so beispielsweise am 18.12., betrug die negative Abweichung zum “Normalwert” dagegen bis zu 11,2 K!

 

Eine besondere Erwähnung verdienen an dieser Stelle noch die Daten der beiden Messstellen direkt am Erdboden (5cm über der Erd- bzw. Schneeoberfläche). Vor allem durch die Isolationswirkung der zum Teil dicken Schneedecke, die zudem tagsüber durch ihre Reflexionseigenschaften eine Erwärmung des Bodens verhindert, konnten hier zum Teil extreme Werte registriert werden. So beispielsweise in den frühen Morgenstunden des 21.12., als die Temperaturen um kurz nach 4 Uhr direkt über der 20 cm dicken, sehr lockeren Schneedecke Schnee30122010einen Wert von -22,1°C erreichten. Auch am Vortag wurde die negative 20 Grad-Marke dort um vier Zehntel unterschritten. Insgesamt zehn Mal wurden 5cm-Minima von unter -10°C, sieben mal sogar von unter -15°C verzeichnet. Schlussendlich mittelten sich alle 31 Erdboden-Minima zu einem unglaublichen Monatsschnitt von -9,2°C! In 2 Metern Messhöhe waren es -6,3°C. (Foto: Mächtige Schneeberge entlang der Wöstenstraße am 30.12.)

 

Doch nicht nur die Temperaturen betreffend schlug der Dezember 2010 in Schlickelde zahlreiche bisherige Rekorde. Hatten wir schon 2009/2010 einen ungewöhnlich schneereichen Winter erlebt, so wurde auch das zumindest in diesem Monat nochmals getoppt. Zwar erreichte die Messkurve der Schneehöhe mit maximal etwa 25 Zentimetern, gemessen auf dem Bodenmessfeld der Schlickelder Station, in der Nacht vom 19. auf den 20.12. nicht ganz den Wert vom “Münsterländer Schneechaos” im November 2005 (30cm). Was die Dauer der Schneebedeckung betrifft, steht der Dezember 2010 zumindest in der Schlickelder Beobachtungsgeschichte allerdings allein auf “weißer” Flur. Kein Monat seit Aufzeichnungsbeginn konnte bislang mit einer so ausdauernden Schneedecke punkten. Überwiegend bis vollständig grün zeigte sich das Messfeld am Nagelmanns Moor lediglich vom späten Abend des 10. bis zum Nachmittag des 13.12. während einer kurzen Mildphase. Alle anderen Tage verschwanden unter einer anfangs 2 bis 5, in der zweiten Monatshälfte dann durchgehend über 15 Zentimeter mächtigen, geschlossenen Schneedecke. Variationen in den täglichen NiedDia1210Messwerten, die im Diagramm jeweils als Flächen- und Tagesmittel eingetragen wurden, ergaben sich bei bei dauerfrostigen Temperaturen oftmals nur noch durch allmähliche Setzung der zum Teil sehr lockeren Schichten. 28 von 31 möglichen Tagen mit geschlossener Schneedecke ... das hatte selbst der Januar im vergangenen Winter nicht geschafft. Regen fiel dagegen nur an wenigen Tagen.

 

Ob Schnee oder Regen, am Ende summierte sich all das Geflöckel und Getropfe auf einen Tag für Tag mühsam “erschmolzenen” Gesamtbetrag von 68,0 Litern pro Quadratmeter. Dies entspricht einem Minus von 15,2 Prozent gegenüber dem vieljährigen Mittel der Station Westerkappeln (1961-1990: 80,2 L/m²). Besonders intensiv schneite es dabei am 16.12. zwischen 16.51 und 17.01 Uhr mit insgesamt 1,9 Litern in 10 Minuten. Aufgrund unvermeidbarer Heizverluste im automatischen Niederschlagsgeber, die besonders in diesem Monat zu verzeichnen waren, dürfte der wirkliche Wert noch darüber gelegen haben. Die maximale 24 Stunden-Summe erreichte der 16.12. mit 11.5 Litern, die die Schneehöhe von 5 auf 15 Zentimetern anwachsen ließen. Trocken blieben insgesamt zehn Tage (< 0,1 mm).

 

Die weiteren Monatsdaten sowie (falls vorhanden) deren Abweichung zur Norm in Klammern: Mittl. Relative Luftfeuchte 90,7 % (+4,2 %), Mittl. Luftdruck 1013,0 hPa (-1,7 hPa), Mittl. Windgeschwindigkeit 9,6 km/h, Summe Sonnenscheindauer (DWD-Station Flughafen Münster/Osnabrück) 29,7 Stunden (-25,2 %)

 

 

 

 


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